Kommt zum Rossport Solidaritäts- Camp!



Ein Konsortium der multinationalen  Konzerne Shell, Statoil und Marathon plant  mit der Unterstützung  der irischen Regierung den Bau einer experimentellen und gefährlichen Hochdruck- Pipeline für Rohgas und einer Aufbereitungsanlage an der Nordwestküste Irlands. Aber sie werden daran gehindert...

Gesundheit und Sicherheit
Die Pipeline, die mehr als das fünffache des üblichen Druckes führen soll, würde durch unstabiles Moorgebiet geleitet werden in dem bereits Erdrutsche stattgefunden haben und in direkter Nähe von Wohnhäusern. Das nächste Wohnhaus liegt 70m entfernt und die Strasse 30m. Drei Familien müssten täglich die Pipeline überqueren um ihr Haus zu verlassen oder zu betreten.
Eine Sicherheitsstudie der unabhängigen amerikanischen Beratungsfirma für Pipeline-Bau, Accufacts hat ergeben, dass „ die Corrib keine Pipeline im herkömmlichen Sinne ist, da sie unter exotisch hohem Druck betrieben werden soll und die Beschaffenheit des geförderten Gases nicht zuverlässig bestimmt werden kann.
Dadurch ist das Betribsrisiko ernstlich erhöht“
Accufacts Sicherheitsanalyse  ergibt, dass „ die Pipeline einen Mindestabstand von 200m zu Wohnstätten und 400m von Personen, die nicht durch Wohnungen geschützt sind einhalten muss um eine hohe Anzahl an  Verletzungen und Todesällen zu verhindern.“

Umwelt
Die Rafinerie würde eine riesige Verbrennungsanlage mit neun Schornsteinen von ca 50m Höhe und einem Ausstoss von Methan und Kohlendioxid. 16 Wohnhäuser befinden sich im Radius von 2km. DieEmissionen in Luft  und Gewässer bedrohen die lokale Ökologie.
Der Carrowmore Lake versorgt die Anwohner mit Trinkwasser und wäre einem Grossteil der Emissionen ausgesetzt. Die Rückstände des Raffinierungsprozesses sind: Blei, Nickel, Magnesium, Phosphor, Chrom, Arsen und Quecksilber und sollen in die Bucht von Broadhaven entsorgt werden. Broadhaven Bay  liefert bisher den Lebensunterhalt der lokalen Fischer.
Shell behauptet , es gäbe „keine Hinweise darauf, dass die Broadhaven Bay von besonderer Bedeutung für Wale und Delphine sei“, ganz im Gegensatz zu den Ergebnissen einer Studie der Universität in Cork, die von Shell selbst in Auftrag gegeben wurde. Die Wissenschaftler haben in  220 Fällen  sieben verschiedene Wal- und Delphin-Arten gesichtet und dazu zwei verschiedene Seehund-Arten.

Das Grosse Gas-Verschenken
Der irische Staat unterstützt Shell bei seinen Plänen. Noch im Jahre 1975 betrugen  die Lizenzgebühren für Gas- und Ölförderung in Irland 8%- 16%, dazu 50% Steuern. ausserdem konnte der Staat bis zu 50% Anteile an einem Vorkommen fordern, da die Gründung einer staatlichen Energiegesellschaft geplant war. Ausserdem sollte das Gas zu günstigen Grosshandelspreisen abgegeben werden.
Nachfolgende Regierungen haben diese Abmachungen zwischen 1985 und 1992 verwässert, so dass heute keine Lizenzgebühren und keine staatlichen Anteile mehr gefordert werden und die Steuer  nur noch 25% beträgt. Ausserdem beträgt die Abschreibungsquote 100%, so dass die Konzerne ihr Produktions-, Entwicklungs- und Förderkosten nun als Steuern abrechnen können und somit nur wenige oder gar keine Abgaben mehr zu zahlen haben.
Gesetze wurden so geändert dass Shell jetzt privates Land per Zwangsenteignung erstehen kann. Ein Forstgebiet, das sich im Staatsbesitz befand,  wurde an Shell zum Bau der Rafinerie günstig abgegeben.
Es werden also Rohstoffe verschenkt während die öffentlichen Dienste an Unterfinanzierung zu leiden haben.
die Privatisierung der Natürlichen  Rohstoffvorkommen ist keine Ausnahme, wenn man sieht, dass auch die Post, Dublin Bus und die Irische Bahn privatisiert werden sollen, was unvermeidliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze und den Service haben wird. So hat auch der Abbau der staatlichen Gesundheitsversorgung  grosse Vorteile für den privaten Sektor. Grosse Firmen erfreuen sich niedriger Steuerraten, die Wohlhabenden geniessen Steueramnestien, während 85% der Einkommensteuer von normalen Steuerzahler aufgebracht werden.

Widerstand
Seit Juni 2005 wurde  Shell durch direkte Aktionen der Anwohner und des Rossport Solidarity Camp  gezwungen, alle Arbeiten an dem Projekt einzustellen. Die Baustellen in Ballinaboy und Rossport werden seit Juni 2005 erfolgreich täglich blockiert.
Auf Betreiben von Shell haben fünf Anwohner, inzwischen als „The Rossport Five“ bekannt, 94 Tage im Gefängnis gesessen, weil sie sich einer Verfügung des Obersten Gerichtes widersetzt und Shell den Zutritt zu ihrem Land verweigert hatten, durch das die Pipeline verlegt werden sollte. Die Fischer der Umgebung drohten damit, der „Solitaire“, einem der grössten rohrverlegenden Schiff der Welt, den Weg zu versperren, sollte sie versuchen, den Unterwasser-Abschnitt der Pipeline zu verlegen. Demonstrationen, Protestveranstaltungen und Blockaden fanden landesweit  und international statt, der Druck der Öffentlichkeit zwang Shell schliesslich, eine Aufhebung der Verfügung zu beantragen und die Fünf wurden Ende September freigelassen.

Dennoch plant Shell eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten im Früjahr 2006, das darf nicht zugelassen werden! Bitte komm und  unterstütze diese Bewegung mit Deiner Überzeugung, Einfallsreichtum und Erfindungsgabe!


Der bevorstehende Kampf
Dies ist ein vielseitiges Gemeinschaftsprojekt, bisher haben wir Shell und den Staat erfolgreich bekämpft und mit Deiner Hilfe kann das auch weiterhin gelingen.
Dies ist eine grosse Gelegenheit, ein hochgefährliches Projekt zu verhindern, der Kampf bisher hat bereits vielen Menschen hier in Irland Vorbild und Inspiration gegeben, ein Sieg hätte enorme Auswirkungen, nicht nur in dieser abgelegenen Ecke von County Mayo sondern landesweit.
Was in Rossport geschieht ist Teil des Kampfes gegen die Unterordnung unseres Lebens unter die Interesssen der Konzerne und des privaten Kapitals. ein Sieg hier wäre ein Schritt  mehr auf dem Weg zum Sieg überall.
Das Ziel des Camps ist, der Bevölkerung  praktischen Beistand bei ihrem Kampf zu leisten und als Anlaufstelle und Basis für diejenigen zu fungieren, die nicht in der Umgebung wohnen.
Wir können und werden siegen, aber wir brauchen Deine Hilfe!

Rossport Solidarity Camp
Das Rossport Solidarity Camp wurde im Juni 2005 auf dem Gelände der geplanten Pipeline-Route gegründet. Unsere Aufgabe ist: Wir wollen Shell aufhalten! dies ist kein Platz zum Abhängen. Das Camp macht viel Spass, man lernt neue Freunde kennen, aber es wird auch eine Menge Mitarbeit und Verlässlichkeit gefordert.
Wir unterstützen die Anwohner bei wirksamen Demonstrationen und Blockaden, ausserdem halten wir Zusammenkünfte am Camp ab mit Vorträgen Aktionen, Musik und Strassentheater.
Das Camp ist gleichberechtigt  organisiert, wir haben regelmässige Treffen bei denen Geschlecht, Alter und Erfahrung keine Rolle spielen. Jeder ist willkommen, Du brauchst keine Camping- Erfahrung.
Damit alles gut läuft, haben wir uns auf folgende RICHTLINIEN geeinigt:
· Keine Alkohol und keine Drogen
· Die Privatsphäre des Einzelnen wird respektiert. Keine sexuellen Übergriffe
· Jeder im Camp wird gleich behandelt, alle Arbeiten werden gerecht verteilt
· Unsere Ziele wollen wir auf gewaltfreie Weise, durch zielgerichtete Aktionen erreichen.
· Jedes Mitglied ist dem Camp gegenüber verantwortlich, wir  tolerieren keine Einzelkämpfer
· Entscheidungen werden gemeinsam getroffen
· Wir bemühen uns, so wenig Spuren wie möglich in der Umwelt zu hinterlassen, dazu gehört, das Kompostieren und Recyclen unserer Abfälle

Beteilige Dich am Camp
Wir brauchen ab Frühjahr 2006  das ganze Jahr über Leute, die uns dabei helfen, Shell daran zu hindern , das Leben der Bewohner und dieser wunderschönen Gegend zu zerstören.
Das Camp heisst Menschen jeden Alters, Fähigkeiten und Erfahrung willkommen, egal ob du ein paar Tage, Wochen oder Monate hier bleiben willst...
Wir können Dich in eiem Gemeinschaftszelt unterbringen, alternativ kannst du dein eigenes Zelt aufschlagen. wir essen gemeinsam, es gibt vegetarisches oder veganisches Essen. Beiträge in die Gemeinschaftskasse sind erwünscht, aber es wird niemand wegen Geldmangels abgewiesen. Kinder sind willkommen.
Was Du brauchst:
· warme, wasserdichte Kleidung
· Gummistiefel
· Schlafsack, Isomatte, warme Decken.
· Zelt
· Wenn möglich, etwas von unserem Wunschzettel
Wenn Du nicht am Camp teilnehmen kannst, aber dennoch mithelfen willst:
· tritt der örtlichen Shell to Sea-Gruppe bei oder gründe selbst eine (www.shelltosea.com)
· Verbreite die Informationen
· Organisiere Spendenveranstaltungen, auf unserem Wunschzettel (www.struggle.ws/rsc/) siehst Du, was wir ausserdem noch gebrauchen können.
· Auf www.indymedia.ie/mayo findest Du immer die neuesten Nachrichten

Anreise zum Camp:
Wegbeschreibung findest Du auf www.struggle.ws/rsc/. Bitte melde Dich vorher an.

Kontaktpersonen für’s Camp:
Tracey: +353 87 6543425
Bob : +35386 3201612
Michael : +353 86 3588890
Festnetz: +353 97 20944
e-mail: rossportsolidaritycamp@gmail.com


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